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Zitat des Tages
Bernhard de Bovier
Immer vorwärts, nie zurück, frischer Mut bringt neues Glück. Ich wünsche dir ein frohes Leben, Gesundheit und das rechte Streben nach allem Schönen auf der Welt. Ich denk, dass dir mein Spruch gefällt.


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Mensch, werde wesentlich



Langfristig gesehen ...
 
sind wir alle tot, sagte John Maynard Keynes 1923, vermutlich als Antwort auf die dubiose Prognose eines Wirtschaftsweisen. Das wurde seitdem zum viel zitierten geflügelten Wort, immer dann, wenn es darum ging, allzu spekulative, weitreichende Zukunftsprognosen zurück auf den Teppich zu holen. Genau genommen aber heißt es sowas wie »nach mir die Sintflut«: Ist mir doch egal, was nach meinen Tod passiert; jetzt treibe ich Raubbau an der Erde und ihren Ressourcen, in 20 oder 50 Jahren bin ich tot.
 
Ich, wir, alle
Dieses Denken stellt den kurzfristigen Genuss oder Gewinn – oft auch: des einzelnen – dem langfristigen Wohl und dem des Ganzen gegenüber. Der Verlierer dabei ist zu oft das Wir gegenüber dem Ich, das große Wir gegenüber den kleinen Wir und das Langfristige gegenüber dem Kurzfristigen. Die kurzen Legislaturperioden unserer Demokratien mit ihren Zwischenwahlen (in Deutschland zum Beispiel den Landtagswahlen) führt zu einer Art permanentem Wahlkampf, der kurzfristige Popularitätsgewinne gegenüber dem langfristigen Wohl bevorzugt. Außerdem wird ja nicht weltweit gewählt, sondern immer nur eine nationale Regierung, die dann für »das nationale Interesse« sich einsetzt und nicht für das Wohl des Ganzen.
Auch in der Abhängigkeit der Politiker von Meinungsumfragen und Plebisziten liegt systemimmanent die Gefahr der Kurzfristigkeit und Kurzsichtigkeit – es sei denn die votierende Bevölkerung schwenkt selbst um zu langfristigen Zielen. So wie es etwa von einigen nordamerikanischen Indianerstämmen erzählt wird, sie würden sieben Generationen voraus denken. Hat das schon mal jemand hierzulande getan und damit eine Wahl gewonnen?
 
Visionieren und bewerten
Wenn Visionäre als Spinner abgekanzelt werden geht es mir oft so, wie wenn ich von Spiris höre, dass sie »nicht mehr bewerten« wollen: Da kann ich kaum glauben, wie eine so grundwichtige menschliche Eigenschaft, die wir alle haben und brauchen, dermaßen abgewertet wird. Sogar die intelligenten unter den Tieren können das und brauchen es: Sie haben Vorstellungen davon, wie etwas sein soll und vergleichen die wahrgenommene Welt mit dieser inneren Vorstellung – und natürlich bewerten sie auch, gutes Essen gegenüber schlechtem Essen, den richtigen Sexualpartner gegenüber dem Falschen, und so weiter. Der Vergleich der vorgefundenen Welt mit der inneren Vision des Erwünschten impliziert immer eine Bewertung.
Wir Menschen können nun diese Eigenschaften, die uns biologisch gegeben sind, kulturell optimieren, sowohl das Visionieren wie das Bewerten. Nur ein Wunschbild zu haben und dann zu leiden, dass die Welt anders ist als das Wunschbild, das muss nicht sein. Es gibt unter den Wunschbildern auch realisierbare, und vor allem dann, wenn wir uns diese Wunschbilder sinnlich vorstellen, entfalten sie eine magische Kraft, die uns befähigt, auch lange Strecken durchzuhalten, in denen das Erwünschte noch nicht da ist. Dabei denke ich oft an Nelson Mandela, der für seine Vision 28 Jahre im Gefängnis saß (unter Ronald Reagan und Margret Thatcher galt er übrigens als »Terrorist«). Dann kam er frei, wurde Präsident von Südafrika und schaffte die Apartheid ab.
 
Wir sind connected
Man kann es in fünf Schritten tun: 1. herausfinden, was ich wirklich will. 2. das Erwünschte mir sinnlich vorstellen und genüsslich ausmalen. 3. prüfen, wie realistisch das ist; evtl. Abstriche machen. 4. diese Vision als Ziel kommunizieren, zunächst denen gegenüber, die sie leicht verstehen. 5. konkrete Schritte unternehmen, sie umzusetzen.
Und noch ein Tipp gegen die collabiatio präcox (das verfrühte Kollabieren): Gemeinsam geht es leichter! Und noch einer: Der Gegensatz zwischen egoistischen und altruistischen Zielen kollabiert, wenn du verstehst, wie sehr du mit den anderen und allem verbunden – connected – bist!

Wolf Schneider, Jg. 1952, Studium der Lebenskunst seitdem. Hrsg. der Zeitschrift connection seit 1985. 2005 Gründung der »Schule der Kommunikation«. Kontakt: schneider@connection.de, Blog: www.schreibkunst.com.
 




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Radio-Interview mit Wolf Schneider:
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Wolf Schneider

Wolf Schneider, Jahrgang 1952, studierte Naturwissenschaften und Philosophie in München. Schon während seines Studiums begab er sich auf Reisen. Die nächsten Jahre verbrachte er in Europa und Südasien, wo er ab 1976 als buddhistischer Mönch in Thailand lebte und von 1977-1990 Schüler von Osho war. Zurück in München gründete er 1985 die Zeitschrift connection, die noch heute als connection Spirit mit der Sonderheftreihe connection Special erscheint. Seinen 2005 gegründeten Verlag mit integrierter "Schule der Kommunikation" wandelte er Anfang 2008 erfolgreich in eine AG um. Im Connectionhaus veranstaltet er Jahrestrainings unter dem Motto: "Kreativität, Kommunikation und Inszenierung". Mit seiner offenen, ehrlichen und humorvollen Art zu kommunizieren, schenkte er uns ein wunderbares Theaterstück (Zauberkraft der Sprache) und zahlreiche Bücher, die uns Leser in eine spannende Welt der Spiritualität entführen. Sein neuestes Buch: "Das kleine Lexikon esoterischer Irrtümer" erscheint im August 2008 im Gütersloher Verlagshaus.



Zusätzliche Informationen:
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