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Meister Eckehart
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der Bedeutendste ist immer der, der Dir gerade gegenüber steht. Das notwendigste Werk ist stets die Liebe.


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Gute Zeiten? Schlechte Zeiten?
Birgit Kratz
Wenn das Leben uns wohlgesonnen scheint, weil alles wie am Schnürchen läuft, nennen wir das "gute Zeiten". Egal, was wir anpacken - es klappt und wenn mal nicht, trübt das nicht unsere gute Laune. Wir lieben diese Hochs. Und dann gibt's Phasen im Leben, da läuft irgendwie gar nichts, egal, wie wir uns anstrengen, abmühen oder sonstwas. Unsere Laune verschlechtert sich, wir sinken in ein Tief, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Diese Zeiten mögen wir nicht, wir nennen sie gewöhnlich "schlechte Zeiten".
Aber sind sie wirklich schlecht?
                  
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Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist. Aber wenn ich so zurückblicke - ja, da waren schon Zeiten, die ich als extrem düster empfunden habe und in denen ich mich absolut alleine und verlassen gefühlt habe. Kein Lichtblick weit und breit.

Das waren Zeiten, die mich mit essenziellen Lebensthemen konfrontierten. Tod. Oder: Ein Leben ohne Perspektive, ohne Hoffnung für die Zukunft. Richtig dicke Krisen.

Als ich ca. 23 war, standen meine Eltern beide an der Schwelle des Todes: Meine Mutter hatte - nach mehreren Chemos - Leukämie im Endstadium. Mein Vater war nach einem Schlaganfall gerade wieder aus einem Koma zurückgekehrt, halbseitig gelämt und ziemlich desorientiert. Um meine Eltern zu pflegen, hatte ich mein Studium unterbrochen. Nun musste ich mit dem Thema Tod alleine fertigwerden, denn ich entdeckte, dass Tod ein absolutes Tabu-Thema in Familie und (DDR-)Gesellschaft war. Niemand, mit dem ich darüber sprechen konnte!

Das war die dunkelste Zeit meines Lebens. Kein Hoffnungsschimmer weit und breit!


Birgit Kratz
Oft habe ich mich hingesetzt, die Augen geschlossen, einfach in die leere Schwärze hinter den geschlossenen Augenlidern geschaut und meine Aufmerksamkeit nach innen sinken lassen. Jetzt weiß ich: Ich habe meditiert, ohne zu wissen, dass das, was ich tat, Meditation ist. Viele Stunden habe ich das gemacht. Besonders nach dem Tod meine Mutter, als ich gar nichts mehr wusste, war dieses Sitzen das einzige, was mir noch möglich war.

Und wenn ich draußen unterwegs war, beim Einkaufen und Wege erledigen, da habe ich aufmerksam die Schritte gezählt, um nur ja keinen zu verpassen. Das hielt mich ab von den düsteren Gedanken, die mich quälten. Ich musste im Moment bleiben, denn sonst hätte ich die Situation, in der ich mich befand, nicht aushalten können. Jetzt weiß ich, dass ich damals Achtsamkeits-Meditation praktizierte, das, was Eckhart Tolle empfiehlt: Einfach JETZT hier präsent sein.
 

Damals, 1988, lebte ich noch in der DDR. Und es gab gar keine Bücher über Spiritualität, Meditation oder Selbst-Erforschung. Und doch - in mir war offenbar damals schon das Wissen um die ultimative Zuflucht, die mir immer offen steht, vorhanden: Der Weg nach innen in die Stille. Und der Weg in diesen Augenblick, der genau jetzt ist.

Es stimmt also nicht, dass ich das Meditieren und die Achtsamkeit erst erlernen musste. Genau genommen war das Wissen um diese starken Bewusstseins-Techniken schon vorhanden und wurde ausgerechnet in der dunkelsten Zeit meines Lebens zur spontan auftauchenden Lebenshilfe.

Ist das nicht erstaunlich?


Warum schreibe ich das auf? Ich möchte Dich ermuntern, einfach mal zu schauen, was es ist, das DIR in akuten Krisensituationen am allerbesten hilft. Das, was DICH in den Frieden bringen kann, egal wie widrig die äußeren Umstände auch sein mögen. Ich möchte Dich ermutigen, nach DEINER EIGENEN inneren WEISHEIT zu schauen! Nach der Weisheit, die nicht erlernt werden kann, sondern die schon in Dir IST.

Ich habe entdeckt, dass die "schlechten Zeiten" diejenigen sind, die mich sehr viel tiefer und inniger mit dem in Kontakt bringen, was ich wirklich bin. Sie bringen meine Aufmerksamkeit nahe heran an die Weisheit, Liebe und Kraft, die meine wahre Natur sind.

Die "schlechten Zeiten" lassen uns (oft zwangsweise und wider Willen) reifen, indem sie uns sehr tiefe Erfahrungen ermöglichen, die sonst viel schwerer zugänglich sind, Erfahrungen, die uns absolut authentisch und klar werden lassen.


Dann bleibt die Frage: Sind die "guten Zeiten" denn nun schlecht?
Meine Antwort: Nein. Denn es ist jederzeit möglich, in diese Tiefe einzutauchen, zu der uns die "schlechten Zeiten" zwingen. Nur macht es uns das Leichte und Angenehme der täglichen Erfahrung "guter Zeiten" wieder schwerer, uns auf die Tiefe einzulassen.

Aber: Warum sollten wir uns diesen Luxus des Einsinkens in uns selbst nicht auch in den "guten Zeiten" gönnen?

Birgit Kratz >> www.birgit-kratz.de


P.S.
Ich sollte der Vollständigkeit halber noch anmerken, dass auch die von mir beschriebene düstere Zeit ein Ende fand, an dem sich alles auf geradezu wunderbar (teilweise wirklich unglaublich) erscheinende Weise fügte und sich für mich die Freude am Leben wieder neu öffnete. Tja, und daran ist wohl zu erkennen, dass nichts im Leben lange währt und beständig ist - die Höhen nicht, ... und die Tiefen auch nicht.

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